Thema: Biomassenkraftwerke Vortragender: Herr Jürgen Peterseim von der Kesselbaufirma La Mont, Wildau Teilnehmer: 16 Gäste
Der effizienteste Input bei Biomassenkraftwerken in Brandenburg ist Holz (nicht zur industriellen Verwertung geeignetes sogenanntes Bruchholz). Grundsätzlich ist auch die Verbrennung anderer Energiepflanzen oder organischer Abfälle möglich. Ein Wechsel der Brennstoffe geht aber immer zu Lasten der Leistungsfähigkeit der auf einen speziellen Brennstoff optimiert eingestellten Anlage. Die Fa. La Mont vertreibt ihre Anlagen weltweit. In China werden die Anlagen z.B. mit Reisschalen gespeist. Bei der Planung einer Anlage muß sicher gestellt werden, daß jederzeit ausreichend Holz zur Verfügung steht. Für die in Königs Wusterhausen in Betrieb genommene Anlage erfolgt der Antransport des Holzes über den Wasserweg. Anlieferungen über die Schiene und per LKW kommen ergänzend hinzu. Problem: Bei steigender Nachfrage des Holzes durch eine Vielzahl solcher Anlagen werden die Kosten für den Rohstoff Holz steigen. Das Anpflanzen von Holzplantagen ist aus ökologischer Sicht bedenklich wegen dem dann folgenden Rückgang der Artenvielfalt der auf diesen Flächen heimischen Tier- und Pflanzenwelt. Andererseits stehen bei der gegenwärtigen Arbeitsmarktsituation ausreichend Arbeitskräfte zur Verfügung, um das Holz aus einem gesund angelegten Mischwald zu schlagen. Dem Argument, diese seien zu teuer, steht das Argument gegenüber, dass die Kosten der Arbeitslosigkeit bei solchen Abwägungen immer stillschweigend der Allgemeinheit (der BA) überlassen und nicht mit berücksichtigt werden. Der Antransport des Holzes aus entfernteren Regionen (z.B. Tschechien, Polen) soll in der Öko-Bilanz vertretbar bleiben. Die Möglichkeit, nicht bewirtschaftete landwirtschaftliche Flächen in Forstflächen umzuwandeln, muß bei anderer Gelegenheit mit sachkundigen Gesprächsteilnehmern gesondert erörtert werden.
Eine Modellrechnung für die Gemeinde Stahnsdorf ergibt folgendes Bild: Der Energiebedarf wird für ca. 12.500 Einwohner einschließlich der gewerblichen Unternehmen mit 40.000 MWh angesetzt. Bei jährlich ca. 8.000 Betriebsstunden ergibt sich eine zu erbringende Leistung von 5 MW. Dazu wird täglich eine Menge von ca. 3 LKW-Ladungen Holz anzufahren sein. Wird realisiert, dass die anfallende Wärme in einem angrenzenden Siedlungsbereich oder Gewerbebetrieb abgesetzt werden kann, dann lässt sich bei einer angenommenen Investitionssumme i.H.v. 15 Mio. € nachfolgende Gewinnerwartung aufstellen: Das Erneuerbare-Energie-Gesetz (EEG) stellt einen Abnahmepreis i.H.v. 9,21 Cent/kwh sicher. Damit lässt sich ein Erlös von ca. 4,48 Mio. € erzielen. Diesem stehen jährliche Kosten von ca. 3,2 Mio. € gegenüber. Die Anlage würde also einen jährlichen Gewinn von ca.1,28 Mio. € einfahren. Die räumliche Dimensionierung ist vergleichbar mit dem in Österreich fotografierten 8 MW-Kraftwerk. Eine Erweiterung der Anlage zur Deckung des Energiebedarfs eines zukünftigen Mittelzentrums Teltow-Kleinmachnow-Stahnsdorf ist technisch ohne weiteres realisierbar. Stahnsdorf, den 28.02.2004 Dipl.-Ing. Bernd Mengelkamp
Eine Informationsbroschüre zum Biomassekraftwerk bieten wir als download. [2.862 KB]
info@mengelkamp.info oder Tel.: 03329-63780 Ingenieurbüro Mengelkamp Stahnsdorf, Annastr. 4
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