Geothermie ist die in Form von Wärme fließende Energie ab 6 m unter der Geländeunterfläche (VDI-Richtlinie 4640). Umgangssprachlich wird auch die Nutzung dieser Energie als Geothermie bezeichnet. Im Gegensatz zur Solarthermie ist sie abgesehen von oberflächennahen Bereichen nicht ursprünglich auf eingestrahlte Sonnenenergie zurückzuführen. Das Erdreich wird bis ca. 0,30 m Tiefe durch Tagesschwankungen der Lufttemperatur beeinflusst und bis ca. 6 m durch Jahresschwankungen der Lufttemperatur. In tieferen Bereichen steigt die Temperatur um ca. 3-4°C pro 100 m an. Für den Wärmebedarf eines 1- bis 6-Familienhauses z.B. im Raum Berlin-Brandenburg genügt eine Bohrung von ca. 50m Tiefe.
Erdwärme kann für unsere Zeitrechnung als unbegrenzt verfügbar betrachtet werden. Sie steht überall ganzjährig zur Verfügung, und ihre oberflächennahe Nutzung wird in zunehmen-dem Maße ökonomisch konkurrenzfähig. Infolge des auf 20-25% geminderten Einsatzes von Primärenergie ergibt sich eine Schonung der knappen Gas- und Erdölressourcen.
Die Gebäudeheizung, die mit nahezu 50 % an der Umweltbelastung beteiligt ist, bietet für den Einsatz regenerativer Energiequellen die günstigsten Voraussetzungen.
Herr Tobias Viernickel, Geschäftsführer der Firma GEOHIL, hat das firmeneigene Patent zur Nutzung der Erdwärme vorgestellt. Anschließend stellte er sich im Gespräch natürlich auch kritischen Fragen: wie etwa denen zur Energiebilanz (um die Wärmepumpe betreiben zu können, muß elektrische Energie in nicht unerheblichem Umfang eingesetzt werden) und zu Kosten im Vergleich zu konventionellen Heizsystemen.
Dipl.-Ing. Bernd Mengelkamp
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